EDITORIAL des IPB-Newsletters 06/06

Patente als Differenzierung

Hamburg | 02.06.2006 | Loop | ca. 2.700 Zeichen

Der Ideenreichtum des Mittelstandes sichert die internationale Wettbewerbs-
fähigkeit der deutschen Wirtschaft. Dies erklärte Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Michael Glos, in seiner Rede am 01.06.2006 auf dem "Innovationstag Mittelstand". Der Innovationstag wurde zum 13. Mal im Auftrag des Bundes-
wirtschaftsministeriums durchgeführt und stand im Jahr der Fußballweltmeister-
schaft unter dem Motto: "Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam am Ball - Ideen in Treffer verwandeln".

Wie man Ideen in Treffer verwandelt, beschrieben u.a. Gary Hamel und C.K. Prahalad im Mai 1990 unter dem Titel "The Core Competence of the Corporation" im Harvard Business Review. Sie stellten dabei speziell folgende drei Eigenschaften heraus, die ein Unternehmen erfolgreich machen:

1. Die Fähigkeit zur Generierung und Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen und damit der Zugang zu einem weiten Spektrum an Märkten.

2. Die Fähigkeit, fundamental den Kundennutzen zu erhöhen.

3. Die Fähigkeit, die eigenen Leistungen von denen der Wettbewerber zu differenzieren, und diese Differenzierung so zu gestalten, dass Mitbewerber sie nur sehr schwer oder gar nicht imitieren können.

Die ersten beiden Punkte spielen primär auf die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens an. Bundesminister Glos erklärte in diesem Zusammenhang: "Nur wenn wir durch den offensiven Einsatz neuer Technologien frühzeitig am Markt sind, können wir künftig die erforderliche Wertschöpfung für Einkommen und Wohlstand in unserem Lande sichern."

Der dritte Punkt verdeutlicht jedoch darüber hinaus die Bedeutung und die Notwendigkeit zur Kodifizierung der Ergebnisse aus Innovationsprozessen insbesondere durch den gewerblichen Rechtsschutz. Dabei können - wie Thomas Tiefel und Philipp Haas unter dem Titel "Patentbasierte Strategien zum Einsatz im Hyperwettbewerb" im Jahr 2005 darstellten - vor allem auf der Grundlage von Patenten spezifische Strategien zur Eroberung und Verteidigung von Geschäftsfeldern unter den veränderten Wettbewerbsbedingungen entwickelt werden, die letztlich zu einer Steigerung des Unternehmenswerts führen können.

Daher ist der Einsatz von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die am 23.05.2006 ihren zweitägigen China-Besuch beendete und sich - wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete - direkt vor ihrer Abreise vor der deutschen Handelskammer in Shanghai noch einmal deutlich zum Kampf gegen die Produktpiraterie aussprach, zu begrüßen. Vor rund 600 deutschen Managern erklärte Merkel, die deutsche Delegation habe während ihrer Gespräche in China immer wieder den Schutz des geistigen Eigentums angesprochen und werde ihn auch im nächsten Jahr zum Gegenstand des G-8-Gipfels machen.

Zwar geht die Gleichung "Innovation = Patent = Wachstum" nicht immer auf, doch sorgen insbesondere Intermediäre verstärkt dafür, dass das Zusammenspiel zwischen Wissenschaft und Wirtschaft gelingt und der Ball am Ende im richtigen Tor landet.

Vor diesem Hintergrund freuen auch wir uns nun auf eine spannende Fußball-Weltmeisterschaft.

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