EDITORIAL des IPB-Newsletters 06/03

Patente kreativ einsetzen

Hamburg | 23.02.2006 | Loop | ca. 2.500 Zeichen

Einen Witz erzählen kann fast jeder. Doch wenn man an den Punkt kommt, an dem man mit dem Erzählen von Witzen Geld verdient, dann ist gutes Material gefragt - und vor allem viel.

Der US-Komödiant Daniel Wright hat hier eine ganz neue Quelle entdeckt: Die Datenbank des US-Patentamtes (USPTO). In einem im Februar erschienenen Interview mit dem Magazin WIRED beschreibt er seine Show als eine Art "Stand-Up Comedy trifft Power Point". Und vom Erfolg beflügelt stellt er einige seiner Fundstücke regelmäßig auf seiner Internetseite Patentlysilly.com vor. Auch ein Weg, mit Patenten Geld zu verdienen.

Doch muss man sich gleichfalls fragen, was wohl die Erfinder von dieser Darbietung ihrer Entwicklungen denken. Immerhin haben Sie neben einer nicht selten beachtlichen Kreativleistung viel Geld investiert: in Forschung & Entwicklung, in Patentanwaltshonorare und natürlich auch in Amtsgebühren.

Nur die wenigsten erreichen den Break-Even, den Punkt, an dem das eingesetzte Kapital durch spätere Einnahmen wieder gedeckt wird - von einer echten Würdigung ihrer kreativen Leistung ganz zu schweigen.

Das Problem mit dem Break-Even haben dabei auch nicht nur die kleinen "Tüftler", sondern auch Großkonzerne und Forschungseinrichtungen. Oftmals werden zwar Innovationen durch Patente rechtlich gesichert, doch fehlt für die Umsetzung das Geld. Manchmal wird nicht einmal gegen Patentverletzer, also unrechtmäßige Nutzer, vorgegangen, was die Frage aufwirft, wozu die Patentanmeldung überhaupt gedient hat.

Wie Sie als aufmerksamer Leser unseres Newsletters wissen, bieten wir Ihnen als Intermediär ("IP-Logistiker") gemeinsam mit zahlreichen Partnern Unterstützung an, um brachliegende Potentiale zu nutzen. Einen kurzen Überblick über diese Leistungen erhalten Sie hier.

Im Bezug auf die öffentliche Würdigung sei angemerkt, dass einige Unternehmen in diesem Bereich sicher mehr tun könnten. Zwar ist Deutschland eines der wenigen Länder, in denen es eine gesetzliche Grundlage für die finanzielle Beteiligung des Arbeitnehmers am Erfolg seiner Erfindung gibt (Arbeitnehmer-
erfindergesetz), jedoch ist Geld nicht alles, wie uns das Beispiel Japan zeigt: Dort befinden sich im Eingangsbereich vieler Fabriken die Fotos wertvoller Mitarbeiter. Wertvoll waren diese nicht selten wegen ihrer Kreativität, die sich in Innovationen widerspiegelte, die dem Unternehmen im globalen Wettbewerb das Überleben sicherten. Geld spielt dort (bislang) nur eine untergeordnete Rolle.

Ob allerdings die Darbietung von Innovationen in Comedy-Shows ein richtiger Anreiz sein kann, ist zu bezweifeln.

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